Ein Zelt kaufen

Das Geheimnis eines außergewöhnlichen Campingurlaubs? Die Wahl des perfekten Zeltes. Doch wie lässt sich bei der Vielzahl an verschiedenen Modellen auf dem Markt das richtige Zelt finden?
In diesem Guide haben wir Tipps für den Zeltkauf gesammelt.
Dinge, auf die beim Zeltkauf geachtet werden sollte:
Größe
In einem 4-Personen-Zelt können 4 Personen nicht bequem schlafen. Der pro Person berechnete Liegeplatz berücksichtigt keine Gepäckstücke. Falls erwünscht, sollte auch Platz für Zubehör wie Luftmatratzen eingeplant werden.
Ein Tipp ist, ein Zelt zu wählen, das für mindestens zwei Personen mehr geeignet ist, als die tatsächliche Anzahl der Camper.
Alternativ kann das Zelt auch nach der Bodenfläche ausgewählt werden. Eine gute Faustregel besagt, dass mindestens 1,8 m2pro Person zur Verfügung stehen sollten.
Auch die Höhe des Zeltes sollte bedacht werden: Wer länger als eine Woche campen möchte, wird den Platz zum Stehen zu schätzen wissen. Die Länge des Zeltes ist ebenfalls wichtig, vor allem wenn große Personen mitreisen.
Gewicht
Zelte können zwischen 450 g (ein Ein-Personen-Rucksackzelt) und 20 kg (ein großes 14-Personen-Zelt) wiegen. Die wichtigste Überlegung für das Gewicht ist: Wie erfolgt die An- und Weiterreise?
Wer wandert oder nur mit Rucksack unterwegs ist, benötigt ein ultraleichtes Zelt. Das Gewicht sollte idealerweise nicht mehr als 1,1 bis 1,4 kg pro Person betragen.
Wer mit dem Auto zum Ziel fährt und direkt am Stellplatz parkt, kann mit gutem Gewissen zu einem schwereren, größeren und dadurch komfortableren Zelt mit Vorzelt oder einem Sonnendach greifen.
Wasserdichte
Unbedingt vor dem Kauf die Wassersäule überprüfen, um sicherzustellen, dass das Zelt trocken bleibt. Die Wassersäule bestimmt die Wasserdurchlässigkeit des Materials. Ein Zelt mit einer Wassersäule von unter 3.000 mm wird nur kurzen und leichten Regenfällen standhalten und eignet sich daher eher für Schönwettercamper. Um in jedem Wetter komfortabel zelten zu können, wird für den Zeltboden mindestens eine Wassersäule von 5.000 mm und für die Zeltplane außen eine Wassersäule von 3.000 mm empfohlen.
Jahreszeitenbewertung von Zelten
Die Jahreszeitenbewertung variiert je nach Marke, aber im Allgemeinen werden Zelte in diese Kategorien unterteilt:
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1- und 2-Jahreszeiten-Zelte sind für Schönwetter-Camper, die Zelte für wärmeres, trockeneres Wetter bevorzugen. Diese Modelle sind bei starkem Wind oder Stürmen nicht optimal.
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3-Jahreszeiten-Zelte sind für eine Mischung aus verschiedenen Wetterbedingungen geeignet, einschließlich Regen und Wind.
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4- und 5-Jahreszeiten-Zelte sind robuster und schwerer, um bei extremen Bedingungen warm und trocken zu bleiben. Wer nur im Sommer oder in wärmeren Klimazonen campen möchte, benötigt in der Regel kein solches Zelt und kann mit einem anderen Zelttyp Gewicht sparen.
Zeltstangen
Zeltstangen halten die verschiedenen Zeltkomponenten in Position und aufrecht. Sie bestehen meist aus einer dieser vier Materialarten:
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Fiberglas: Leichte Zeltstangen aus Glasfaser oder Kunststoff mit Glasfaseranteil sind in den meisten Zelten Standard. Sie lassen sich einfach zusammenstecken und bieten einen relativ schnellen Aufbau. Diese Stangen sind für gelegentliches Camping bei ruhigem Wetter geeignet, können aber unter Druck brechen, weshalb sie nicht für häufiges Camping bei schlechtem Wetter empfohlen werden.
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Stahl: Stabilere, teurere Zelte haben oft Stangen aus Stahl. Diese sind robuster und widerstandsfähiger gegen hohe Winde, aber auch teurer und schwerer.
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Aluminium: Aluminium ist leicht und flexibel, aber robuster als Fiberglas. Es biegt sich bei Kälte, statt zu brechen, und ist somit eine gute Wahl für alle Wetterbedingungen.
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Carbon: Carbon Zeltstangen sind meist in hochwertigen Modellen zu finden und sind ideal für Camper, die ein besonders leichtes Zelt benötigen. Sie eignen sich perfekt für Backpacker und Fernwanderer.
Zeltteile
Zelte bestehen je nach Modell aus unterschiedlichen Komponenten und Ausführungen, von denen einige unverzichtbar sind. Darauf sollte beim Zeltkauf geachtet werden:
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Außenzelt (Flysheet): Das Außenzelt schützt vor Regen und Wind und hält das Zelt trocken. Es besteht häufig aus folgenden Materialien:
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Poly-Baumwolle: Luftiger als Polyester, ideal für Sommer-Camping und sehr langlebig.
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Ripstop-Nylon: Robust, leicht, reißfest und einfach zu reparieren – ideal für Backpacker und Wanderer.
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Baumwoll-Canvas: Hält im Sommer kühl und im Winter warm, ideal für den ganzjährigen Einsatz. Auch geräuschdämpfender als moderne Materialien, aber schwerer und teurer. Weniger für Backpacking geeignet.
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Zelterweiterung (Vestibule): Wie die Terrasse eines Zeltes - ein Bereich vor oder seitlich des Zeltes für zusätzlichen Platz abseits des Schlafbereiches. Dies können kleine Bereiche für Stauraum oder größere Bereiche als Aufenthaltsraum sein. Nicht alle Zelte verfügen über Zelterweiterungen, diese sind besonders für Familien nützlich, um Ausrüstung zu verstauen oder einen trockenen Spielraum zu haben.
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Belüftung: Zelte mit guter Belüftung verhindern Kondenswasserbildung. Wenn warme, feuchte Luft in Kontakt mit der kalten Zeltoberfläche kommt, kann sich Kondenswasser bilden, welches von der Decke tropft. Lüftungsöffnungen, Doppelschichten und Netzeinsätze verbessern die Belüftung.
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Bodenplane: Der wasserdichte Boden des Zeltes. Zwei Arten sind am gebräuchlichsten:
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Eingenähte Bodenplanen bieten zusätzlichen Schutz gegen Insekten und halten das Zelt wärmer in kaltem Wetter.
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Extra Bodenplanen lassen mehr Luft zirkulieren, reduzieren das Kondenswasser im Zelt und sind leichter zu verpacken.
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Schlafkabinen: Für Gruppen und Familien sind Zelte mit mehreren, voneinander abgrenzbaren Schlafkabinen ideal.
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Abspannleinen: Abspannleinen sorgen dafür, dass das Außenzelt bei Wind fest und stabil bleibt. Reflektierende Abspannleinen werden in der Dunkelheit besser gesehen und verhindern, dass andere Camper über die Seile stolpern. Alle Zelte sind mit Abspannleinen ausgestattet, es kann jedoch ratsam sein, für mehr Stabilität einige zusätzliche Seile zu kaufen.
Zeltarten
Es gibt viele verschiedene Zeltarten, aber hier sind drei beliebte Varianten:
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Pop-up-Zelte: Ideal für Camper, die das langwierige Aufstellen des Zeltes vermeiden möchten. Diese Zelte lassen sich in Sekunden aufstellen: Einfach aus der Hülle nehmen, ausschütteln und mit Heringen fixieren.
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Kuppelzelte: Einfach aufzubauen und sehr windstabil, da sie keine Kanten haben, an denen der Wind greifen könnte. Sie bieten jedoch weniger Kopffreiheit.
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Aufblasbare Zelte: Mit Luftkammern, die mit einer Fußpumpe aufgeblasen werden, bieten diese Zelte einen unkomplizierten Aufbau und gute Windbeständigkeit.
Zusätzliche Ausstattung für Zelte
Neben dem Zelt gibt es Campingzubehör, das den Aufenthalt komfortabler machen kann. Meist wird das Zelt dadurch wesentlich schwerer und globiger. Manche Zelte sind mit diesen Merkmalen ausgestattet, bei anderen können sie zusätzlich gekauft werden:
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Zeltunterlagen (Footprints): Wird unter dem Zeltboden aufgelegt, bietet zusätzlichen Komfort sowie Schutz für den Zeltboden.
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Zeltteppich: Wird im Zelt ausgelegt und sorgt für mehr Komfort im Zelt sowie zusätzlichen Schutz für den Zeltboden.
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Vorzelte und Vordächer: Bieten zusätzlichen Schutz vor Regen und Sonne sowie mehr geschützten Platz außerhalb des Zeltes.
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Windschutz: Nützlich für windiges Wetter, schützt vor Böen und schafft zusätzliche Privatsphäre.
Ersatzteile für Zelte
Beim Kauf eines Zeltes lohnt es sich, gleich ein paar dieser Ersatzteile mitzunehmen:
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Stangen
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Zelt-Reparaturset
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Hammer
Zelt-FAQs: Häufig gestellte Fragen zum Thema Zelt
Lohnt sich eine hohe Investition in ein Zelt?
Ja und nein. Für gelegentliche Wochenend-Camper, die nur im Sommer ein paar Mal in ihrem Zelt übernachten möchten, reicht ein günstiges Ein-Jahreszeiten-Zelt. Häufige Camper sollten jedoch mehr investieren, um ein Zelt zu kaufen, das den Belastungen standhält. Für Camping in extremem Wetter oder Backpacking mit ultraleichtem Zelt werden qualitativ hochwertige Modelle empfohlen.
Wie lange hält ein Zelt?
Zelte halten in der Regel zwischen ein und zehn Jahren. Die Haltbarkeit hängt natürlich von der Häufigkeit der Nutzung, der Pflege und dem Material des Außenzeltes ab. Sonne und Regen beschädigen das Material langfristig, hier halten Modelle mit hoher Wassersäule und UV-Schutz länger.
Brauche ich eine zusätzliche Zeltunterlage?
Nein. Wenn keine zusätzliche Zeltunterlage, Zelt-Teppich oder Footprint gewünscht wird, kann stattdessen auch eine Plane für zusätzlichen Wasserschutz und Wärme unter dem Zelt verwendet werden.
Was sollte ich beim Zeltkauf beachten?
Die wichtigsten Faktoren sind Größe, Jahreszeitenbewertung und Wasserdichte. Diese Punkte sind entscheidend für einen komfortablen Campingaufenthalt.